Eigenfunde

Hier sehen Sie ein paar Beispiele von meinen zahlreichen Sammelreisen...

Gebärende Steine (Biotitlinsen)

Biotitlinsen aus Portugal 3-9 cm
Biotitlinsen aus Portugal 3-9 cm

"Pedra parideira" - gebärender Stein - so nennen die Portugiesen in einem steinigen Gebirgszug im Norden Portugals diese merkwürdigen Biotitlinsen.

 

Es handelt sich dabei um metamorphe Biotit-Muskovit-Sammelkristallisationen, die bisher nur an dieser Fundstelle in Portugal auf einem wenige Hektar großen Areal angetroffen werden. Die Linsen enthalten im Zentrum Feldspat-Kristalle, die während der Metamorphose als Kristallisationskern für die radial-konzentrisch anwachsenden Glimmerpakete dienten. Das einhüllende Muttergestein ist ein ca. 300 Millionen Jahre alter Metagranit, der durch Druck und Hitze der Erdkrustenbewegungen umgewandelt wurde. Dabei richteten sich die Biotitlinsen streng in Nordost-Südwest-Richtung aus, die maximale Sreuung der Achsenebenen beträgt nur 5-10°! Wie es jedoch zu dem für die Sammelkristallisation erforderlichen Materialtransport im festen Gestein kommen konnte, ist bis heute ungeklärt.

 

So einzigartig, wie das Vorkommen der gebärenden Steine auf der Welt ist, ist auch das Phänomen, das sich an der Fundstelle an heißen Julitagen nach der Sommersonnenwende und an frostklirrenden Januartagen nach der Wintersonnenwende beobachten läßt: Die Biotitlinsen werden tatsächlich geboren! Die Einheimischen erzählen, dass es im Gestein knackt und knistert - und schon kommen die schwarzen Linsen zum Vorschein. Dabei sprengen sie zum Teil tonnenschwere Granitplatten einfach weg! Aber nur bei großer Hitze oder klirrender Kälte kommt es zu diesem "Geburtsvorgang". Normalerweise schlummern die "pedras parideiras" friedlich in der Mutter Erde. Wegen ihrer besonderen Eigenschaften werden die Biotitlinsen in den umliegenden Dörfern als Talisman sehr geschätzt.

 

Da es sich hier weltweit um ein einzigartiges Vorkommen handelt, wurde hier 2007 ein Geo-Park eingerichtet. Die angebotenen Biotitlinsen stammen aus meiner eigenen Sammeltätigkeit aus den 80er Jahren.

Spanischer Olivin (Ojenit)

Spanischer Olivin   5-8cm
Spanischer Olivin 5-8cm

Dieser Stein ist auch unter dem Namen Chrysolith oder Peridot bekannt, er spielte in der Edelsteinmedizin der heiligen Hildegard eine wichtige Rolle. Die Härte beträgt 6,5-7, seine Zusammensetzung ist Eisen-Magnesium-Silikat. In Spanien wird er von den Zigeunern und Mauren als Schutzstein benutzt.

 

Im Jahre 1989 stieß ich bei der Mineraliensuche in Andalusien zum erstenmal auf diesen merkwürdigen Stein, der fast ausschließlich aus Olivin besteht. Ich verfolgte damals den Kontaktbereich zwischen Ultrabasiten (quarzarme, kompakte Gesteinsserien der ozeanischen Kruste) und Sedimentabfolgen der Region, in der es zahlreiche Mineralienfundstellen gibt. Dabei entdeckte ich im Gebirge zwei kleinere Steinbrüche, die vor einigen Jahrzehnten aufgegeben worden waren, und nahm einige Proben, da ich das Gestein aufgrund der eigentümlichen Struktur sehr interessant fand. Ein spanischer Geologe, der in der Gegend arbeitete, erzählte mir, daß er in den Steinbrüchen Dunit-Gestein, eingeschaltet in einer Harzburgit-Lage, kartiert hatte, was eigene Untersuchungen im mineralogischen Institut in Freiburg bestätigten.

 

Dieser Stein, der meistens zu über 90% aus Olivin besteht; wird in der magmatischen Abfolge als Dunit bezeichnet. Einzelne Partien aus dem Randbereich der Vorkommen enthalten über 10% Orthopyroxen und weisen somit eine harzburgitische Zusammensetzung auf. Charakteristisch ist der hohe Magnesiumgehalt dieser Gesteine, hervorgerufen durch den sehr hohen Forsteritanteil im Olivin.

 

Die Dunite und Harzburgite sind ein Teil des Peridotitmassivs der Serranía de Ronda, die zur Betischen Kordillere Südspaniens gehört. Die Peridotite wurden vermutlich zunächst als Teil der ozeanischen Kruste tektonisch in Bewegung versetzt. Später, während der Faltung der Betischen Kordillere, kristallisierten sie unter hohem Druck in großer Tiefe aus und drangen als bereits erstarrter, aber noch bis zu 800°C heißer und plastischer Magma-Körper in die obere Erdkruste ein. Faltungen und Ausgleichsbewegungen während der Endphase der Gebirgsbildung sowie spätere Erosion ließen die Peridotite ans Tageslicht treten. Das Alter der Gesteinsserie, in der die Spanischen Olivine eingebettet sind, liegt bei 325-350 Millionen Jahren, was dem Dinant bzw. dem unteren Karbon entspricht.

 

Die sehr organisch wirkenden Grün- und Brauntöne sind eine Folge abwechselnder Oxydation und Reduktion des im Olivin und in den Pyroxenen enthaltenen Eisens. Eindringendes Wasser in Verbindung mit Luftsauerstoff, begünstigt durch zahlreiche kleine Klüfte, wandeln das zweiwertige Eisen (grün) in dreiwertiges (braun) um. Die vielen konzentrischen Ringe dokumentieren Feucht- und Trockenperioden im regionalen Klima. Typisch für den Spanischen Olivin ist, daß er im Zentrum immer ein dunkelgrünes Auge aufweist, das den ursprünglichen, nicht oxydierten Zustand des Steins zeigt.

 

Gesägt, geschliffen und poliert werden die Stücke in meiner eigenen Werkstatt in sorgfältiger Handarbeit von einem fachkundigen Schleifer, der meine Wünsche und Anregungen berücksichtigt.

Glaukophan mit Granat und Omphacit

Glaukophan aus Italien   5-8 cm
Glaukophan aus Italien 5-8 cm

Das Einzigartige an diesem Stein, der nur in den  Alpen in dieser Qualität gefunden wird, ist die besondere Farbkombination in Verbindung mit wellenförmigen Linien, die sich während der Metamorphose, der Umwandlung des Steins durch extrem hohen Druck von 8000-10000 bar und Temperaturen von 300-400 Grad, gebildet haben. Dabei wurden die Kristalle parallel zu den Wellenlinien angeordnet. Mineralogische Analysen ergaben, dass es sich dabei um einen 35-40 Millionen Jahre alten, kristallinen Glaukophanschiefer handelt, der während der Faltung der Alpen aus großer Tiefe aufgedrungen ist. Glaukophan kristallisiert monoklin, seine Härte beträgt 5 - 6, die Dichte liegt zwischen 3 und 3,2.

Hornblende-Diorit

Hornblende-Diorit aus Finnland 5-10 cm
Hornblende-Diorit aus Finnland 5-10 cm

Die Hornblende-Diorite habe ich im Süden Finnlands in einem eiszeitlichen Geschiebe entdeckt. Es handelt sich um große, ovale Hornblende-Kristalle in einer Quarz-Feldspat-Matrix. Wo genau diese merkwürdigen Steine herstammen, ist unbekannt. Ähnliche Vorkommen von anderen Fundgebieten scheint es nicht zu geben.

Pyrit mit Magnetit und Hämatit

Pyrit mit Hämatit und Magnetit aus Italien   5-7 cm
Pyrit mit Hämatit und Magnetit aus Italien 5-7 cm

Diese wunderschönen Erze stammen aus Norditalien, sie enthalten ein Vielzahl von Metallen und sind deshalb auch in ihrer Struktur so verschieden. Jedes Erzmineral hat seinen eigenen, ganz spezifischen Glanz, wodurch ganz besondere Muster in diesen Steinen hervorgerufen werden. Nimmt man so einen Stein in die Hand, so merkt man sofort das höhere Gewicht durch den Eisengehalt.

Amethyst-Chalcedon

Amethyst-Chalcedon aus Frankreich 4-7 cm
Amethyst-Chalcedon aus Frankreich 4-7 cm

Der Amethyst-Chalcedon stammt aus Nord-Frankreich, es handelt sich hier um eine hydrothermale Gangfüllung von Amethyst mit Achat und Chalcedon, der gelegentlich auch pseudomorph nach Baryt auskristalliisiert. Die Amethystbänder haben eine erstaunlich intensive Farbe, durch rötliche Einschlüsse von Hämatit werden die Farben und Strukturen noch abwechslungsreicher.

Karneol-Jaspis

Karneol-Jaspis aus Italien   5-8 cm
Karneol-Jaspis aus Italien 5-8 cm

Der Karneol-Jaspis stammt aus Norditalien. In der Gegend fiel mir auf, dass in verschiedenen Mauern intensiv rote Steine mit hellen Adern als Baumaterial verwendet wurden. Beim Mountainbiken stieß ich dann auf eine kleine Ader von diesem Stein und konnte ein paar Stücke davon bergen. Auffallend ist die organische Struktur dieses Steins, die an versteinertes Holz erinnert.

Hämatit in Rhyolith

Hämatit in Rhyolith aus Frankreich   4-7 cm
Hämatit in Rhyolith aus Frankreich 4-7 cm

Dieser Stein aus dem Norden Frankreichs hat einiges durchgemacht! Das rötlichbraune Muttergestein ist ein Rhyolith, der vor etlichen Millionen von Jahren durch Vulkanausbrüche an die Erdoberfläche kam. Danach kam es in dem Bereich, wo die Lava ausgeflossen war, zu intensiven tektonischen Bewegungen, die das Gestein entlang von Bruchstellen zerbrechen ließen, was an den eckigen Fragmenten, die diese sogenannte Brekzie enthält, unschwer zu erkennen ist. Später sind dann zirkulierende Wässer in diese Spalten eingedrungen und haben zahlreiche kleine, aber feine, hochglänzende Hämatitkristalle ausgeschieden, die diesen Steinen ein magisches Funkeln verleihen. Die verbliebenen Hohlräume füllten sich dann im Lauf von Jahrtausenden mit Quarzkristallen. Diese Steine können vieles erzählen...